Teil IV Trigger, der Fenstermensch und ein schneller Aufbruch

Fortsetzung…

Bildlich gesprochen, legte ich den Hörer auf, was allerdings im Zeitalter der Handys und der Funktelefone so, ja nicht mehr möglich ist.  Zugegeben, ich war einwenig angesäuert, hatte ich doch extra für diesen Termin einen Auftrag verschoben. Ich beschloss diesem unglücklichen Umstand etwas Gutes abzugewinnen und widmete mich schließlich meinem Hörbuch.

Dr. Ellen Roth zweifelte indes an ihren eigenen Verstand und die Geschichte wurde immer verwirrender und spannender. Währenddessen räumte ich die Spülmaschine aus und bestückte die Waschmaschine neu und schaltete sie an.

Ellen stand zu dieser Zeit im Buchladen von Herrn Eschenberg. Der Antiquar suchte in seinem kleinem Notizbüchlein nach einer möglichen Bestellung für sie, er konnte jedoch nichts der gleichen finden. Dr. Ellen Roth öffnete ihre Brieftasche und suchte nach der Visitenkarte die sie vor kurzem erhielt. Als Herr Eschenberg das Foto in ihrem Geldbeutel erblickte erinnerte er sich schlagartig. Er berichtete ihr, dass der Mann auf dem Foto ein Buch an ihn vor Wochen verkauft hatte. Ellen blickte ihn erstaunt an und fragte nach dem Titel des Buches. Sie konnte sich auf das ganze keinen Reim machen. Auch ich war verblüfft und obwohl ich vor einigen Minuten noch das Gefühl hatte, ich wüsste wie die Geschichte ausging, wurde ich an dieser Stelle wieder einmal eines besseren belehrt.

Ich hörte, eine weiter Stunde gespannt dem Hörbuch zu, bis ich mich schließlich wieder an den Computer setzte und die aufgestaute Arbeit in Angriff nahm.

Gegen sieben Uhr morgens klingelte mein Wecker und wie üblich drückte ich den Wecker alle fünf Minuten weiter, dieses Spiel ging ganze 20 Minuten, bis ich mich endlich zum Aufstehen bewegen ließ. Nach zwei Tassen Kaffee und einer heißen Dusche war ich bereit für den Tag. Nachdem ich die Wohnungstür hinter mit abgeschlossen hatte, entwirrte ich mein Kopfhörerkabel und startete wie üblich, auf dem Weg zum Bus, mein Hörbuch.

Der Vormittag verging gewohnt schnell, gegen ein Uhr verließ ich das Büro und machte mich auf den Heimweg. Eine halbe Stunde später befand ich mich zuhause. Ich brühte mir einen Tee auf und wartete, während ich immer noch mein Hörbuch an hatte, auf den Fenstermenschen. Eine halbe Stunde hatte er ja noch…

Fortsetzung folgt…

Trigger, der Fenstermensch und ein schneller Aufbruch Teil III

Fortsetzung….

Eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Termin schloss ich meine Wohnungstüre auf. Der erste Weg galt zur Kaffeemaschine, der zweite zu meinem Wäscheständer. Während es in der Küche schon anfing nach Kaffee zu duften, räumte ich die Wäsche ab und sehnte mich nach meinem Trockner zurück, welcher vor drei Wochen den Geist aufgab.

Es war kurz vor zwei als ich mich mit einer frischen Tasse Kaffee ins Internet begab. Ich blickte auf die Uhr und verbannte den Gedanken mein Hörbuch weiter zu hören schnell aus dem Kopf. Stattdessen startete ich meinen PC und rief meine E-Mails  ab.

Ich hatte 25 neue E-Mails. Alleine acht betrafen die Änderungen in einem Projekt. Neue Entwürfe zur Ansicht waren ebenfalls dabei. Eine Einladung zum verspäteten Weihnachtsessen und vier private. Ich öffnete die erste private E-Mail. Hier ging es um das heutige Abendessen, ich wurde gefragt ob ich nicht einkaufen gehen könnte. Die andere E-Mail handelte von einem gerade gehörtem Hörbuch und die nächste war von Mitbenutzerkind I, ein einsames „Hallo“ stand als Inhalt in der Mail. Die letzte E-Mail galt der Frage ob der Fenstermensch schon da war.

Richtig, wo blieb eigentlich der Fenstermensch? Es war 15 nach zwei und weit und breit kein Fenstermensch in Sicht. Ich holte mein Handy und dort gähnte mir eine leerer Anrufliste entgegen. Ich beantwortete die Frage nach dem Fenstermenschen mit einem einfachen „noch nicht!“. Die Abendessen-Mail beantwortete ich gleich im Anschluss.Dem Hörbuchhörer gratulierte ich zur ausgezeichneten Wahl und Mitbenutzerkind I schrieb ich ebenfalls.

Ich ging erneut zur Kaffeemaschine und befüllte meinen Becher.

Jetzt war es halb drei. Ich griff abermals zum Handy und wählte die Nummer des Fenstermenschen. Aus dem Hörer kam mir eine Stimme mit der einfachen, aber deutlichen Ansage entgegen: „Der gewünschte Teilnehmer ist momentan nicht zu erreichen, bitte probieren Sie es zu einem späteren Zeitpunk noch einmal!“.

Ungläubig blickte ich auf das Display, hatte ich auch die richtige Nummer gewählt? Ich beruhigte mich mit der logischen Erklärung, dass der Fenstermensch eben gerade keinen Empfang hätte, so kurz vor meiner Tür.

Ich schrieb eine E-Mail mit dem Hinweis der Fenstermensch wäre immer noch nicht da und telefonisch sei er ebenfalls gerade nicht zu erreichen. Innerlich fing ich ein klein wenig an zu kochen….

Weitere zwanzig Minuten und unzählige, mittlerweile nicht mehr ganz so heiter klingende E-Mails später , rief ich erneut die unerreichbare Nummer an. Wie durch ein Wunder erhielt ich ein Freizeichen. Ach! Jetzt war ich überrascht. Nach wenigen Sekunden hörte ich die Fenstermensch Stimme:

Ich:„Hallo Herr Fenstermensch hier ist abc!“

Fenstermensch: „Oh Hallo abc!“

(Oh Hallo, mehr viel ihm nicht ein?)

Ich: „Herr Fenstermensch, ich warte seit 14 Uhr auf Sie.“

Fenstermensch: „Äh ja also, äh ja, ich bin hier im Moment, also hier noch nicht äh, ja fertig, also äh ja da werde ich mich also beeilen müssen, äh ja also“

Ich: „Bitte? Sie sind noch nicht fertig irgendwo? Herr Fenstermensch, ich habe mir heute frei nehmen müssen für diesen Termin, d.h. ich sitze jetzt also hier total umsonst rum?“

Fenstermensch: „Äh ja also, ich könnte so gegen 17 Uhr evtl. bei Ihnen sein, ich komme hier nicht eher weg“.

Ich: „Herr Fenstermensch, bei allem Respekt aber wir hatten heute um 14 Uhr einen Termin und nicht erst um 18 Uhr einen evtl. Termin, ich vereinbare keine evtl. Termine! Ich bin beruflich ebenfalls an den verschiedensten Terminen gebunden und evtl. Termine kommen NIE  gut an! Heute um 18 Uhr bin ich nicht zuhause, da ich die Zeit die ich gerade hier sinnlos mit warten verbracht habe, wieder herein arbeiten muss!!

Fenstermensch: „Ja äh also äh ja, dann machen wir jetzt einen festen Termin aus“.

(Im selben Moment dachte ich, ich spring durch den Hörer! Einen festen Termin! Aha.)

Ich: „Herr Fenstermensch, eine bescheidene Frage, was für eine Art Termin war unser 14 Uhr Termin heute, nur so damit ich weiß wie ich unseren zukünftigen festen Termin zu verstehen habe!!!!!!!!“

Fenstermensch: „Ich, ja, äh, also, ich äh ja haben Sie, äh wann haben äh Sie Zeit?“

Ich: „Morgen, 14 Uhr! Ich werde hier auf Sie warten, falls unser fester Termin nicht fest genug ist, dann werde ich Ihnen eine Rechnung schreiben – Arbeitsausfall meinerseits, ist Ihnen der morgige feste Termin recht?“

Fenstermensch: „Also ja ääääääähhhhh, morgen der Termin passt mir, ich werde da sein.“

Ich konnte hören wie er geschluckt hat bei dem Wort Rechnung. Ich war nicht verärgert über die Tatsache dass der Termin geplatzt ist, sondern vielmehr darüber das es manche Menschen gibt, die es nicht für nötig halten einen Termin abzusagen – Anstand gleich null!

Ich: „Gut, Herr Fenstermensch dann freue ich mich auf unseren festen Termin morgen!“

Mit diesen Worten verabschiedete ich mich.

Fortsetzung folgt….

Trigger, der Fenstermensch und ein schneller Aufbruch Teil II

Fortsetzung…
Ich dachte nicht weiter darüber nach und widmete mich wieder meinem Hörbuch. Dr. Ellen Roth machte unlängst Bekanntschaft mit dem „schwarzen Mann“ und ich war der Meinung, den Ausgang der Geschichte bereits jetzt, nach knapp 1 ½ Stunden, zu wissen. Fast im selben Atemzug wurde ich allerdings eines Besseren belehrt und stand wieder völlig am Anfang meiner Vermutungen. Einige Zeit später benötigte ich eine Pause vom Zuhören.

Tags drauf, ich befand mich gerade an meinem Arbeitsplatz, klärte mich mein Handy über einen entgangenen Anruf auf. Eine Nummer wurde nicht angezeigt, jedoch hinterließ der Anrufer eine Nachricht. Auf der Mailbox schrie mir eine unbekannte Stimme, Schwerverständliches entgegen.

Das einzig Verständliche waren die Wörter: Fenster, Schreiner, Rückruf und Bruchstücke einer Telefonnummer.

Meine Arbeitskollegin sah mich fragend an. Ich atmete tief durch und hörte erneut die undeutliche Nachricht ab. Diesmal stellte ich auf Lautsprecher und so lauschten meine Arbeitskollegin und ich, gemeinsam dem schreienden Anrufer. Die Telefonnummer schrieb ich diesmal mit und bezweifelte zugleich, dass es sich hier um eine vollständige Nummer handelte. Die Möglichkeit, direkt mit dem Anrufer verbunden zu werden, bestand nicht. Der Versuch, über die angegebene Nummer Kontakt mit „Fenster, Schreiner“ aufzunehmen, scheiterte ebenfalls. Abwarten war unweigerlich angesagt.

Zur Mittagszeit stand ich in der überfüllten U-Bahn. Ich hörte mein Hörbuch weiter und blickte dabei aus dem Fenster ins Dunkle. Die Begebenheiten der Erzählung wurden immer verwirrender und jedes Mal, wenn ich der Meinung war, ich würde jetzt wissen wie es ausgeht, kam es erneut zu einer Wendung. Die Geschichte war mittlerweile so suspekt und verwirrend, trotz allem und wahrscheinlich gerade deshalb unheimlich spannend.

Zwei Stationen später vibrierte mein Handy. Ich ignorierte es erfolgreich. Minuten später auf der Rolltreppe stehend, rief ich den vorherigen Anrufer zurück. Dieser war nicht zu erreichen, eine Mailbox gab es ebenfalls nicht.

Als ich gegen Abend erneut in der U-Bahn stand, diesmal war sie nicht ganz so gefüllt, vibrierte mein Telefon erneut. Ich zog es schnell aus meiner Jackentasche und beantwortete den Anruf. Wie vermutet war es der Fenstermensch. Endlich. Wir vereinbarten einen Termin für den nächsten Tag, 14 Uhr. Wärmere Zeiten rückten also näher!

12 Stunden später stand ich erneut in der U-Bahn. Mein Ipod verweigerte mir die Hörbuchwiedergabe aufgrund von Akkumangel. Sehr zu meinem Ärgernis hatte ich vergessen, ihn aufzuladen. Kaum im Büro angekommen überhäufte man mich mit Neuigkeiten und dementsprechenden Aufgaben, so ging glücklicherweise der Vormittag recht schnell vorbei. Gegen ein Uhr verließ ich eiligst das Büro und machte mich auf de Heimweg. In freudiger Erwartung auf zuglose Zeiten.

Fortsetzung folgt…

Trigger, der Fenstermensch und ein schneller Aufbruch Teil I

Seit etwa zwei Jahren wohne ich nun in meiner „neuen“ Wohnung. Bedingt durch eine Kündigung aufgrund Eigenbedarfsnutzung musste ich meine „alte“ heißgeliebte Wohnung, die sich in einem der schönsten Stadtviertel befand, schweren Herzens verlassen. Die „neue“ Wohnung, mittlerweile kann ich das sagen, ist eine deutliche Verbesserung – hinterher ist man eben immer schlauer.
Die Lage ist, nicht nur bedingt durch meine Lebensumstände, ein wahrer Glücksgriff. Die meisten meiner Freunde sind in den letzten 2 Jahren in meine unmittelbare Nähe gezogen. Zu Fuß und auch mit der U-Bahn, bin ich in wenigen Minuten mitten im Zentrum. Soweit so gut! Einen kleinen Haken hatte das Ganze aber:

Im Winter sind bekanntlich die Temperaturen doch sehr abweichend zu den Sommergraden. Letzten Winter fiel mir bereits auf, dass das ein oder andere Fenster in meiner Wohnung mehr kalte und frische Luft in die warme Wohnung beförderte als gewünscht. Selbstverständlich spreche ich hier von geschlossenen Fenstern!

Wie dem auch sei, meine eigene Faulheit und der eher milde Winter, hinderten mich letztendlich daran, mich bereits im vergangenen Jahr um dieses Problem eingängig zu kümmern.

Gegen Mitte November diesen Jahres, verspürte ich jedoch abermals ungewollte Luftzüge in meiner Wohnung. Dem ungewünschten Gebläse und dem damit verbundenen Umstand meine Heizkosten nicht immens in die Höhe jagen zu wollen, rief ich bei meiner Hausverwaltung an. Ich schilderte die Problematik und am anderen Ende der Leitung stieß ich sofort auf Verständnis und sogleich wurde mir versichert, den Auftrag an den dementsprechenden Handwerker postwendend weiterzugeben. In kürzester Zeit würde sich der Handwerker bezüglich eines Termins mit mir in Verbindung setzen.

Es verging eine Woche.

Mitte der zweiten Woche rief ich nochmals bei meiner Hausverwaltung an. Am Apparat diesmal eher eine Person, die Verständnis und vor allem Freundlichkeit eher für ein Fremdwort hielt. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Auftrag sehr wohl an den zuständigen Handwerker weitergegeben wurde. Dieser sei offensichtlich sehr beschäftigt, da die Problematik der unfreiwilligen Klimaanlage mehrere Mieter beträfe.

Sie bemängelte ebenfalls, dass sich komischerweise alle immer gleichzeitig melden würden und der Handwerker selbst wäre auch nur ein Mensch und sie nicht seine Sekretärin. Aha – mein manchmal rebellisch werdendes Gemüt konnte sich in diesem Falle nicht zurückhalten, ich erwähnte dass es durchaus verständlich sei, wenn sich betroffene Mieter erst im Winter melden da es auch erst dann, bedingt durch die nicht sommerlichen Temperaturen, auffällt. Der Handwerker würde sich melden waren die letzten Worte der „Nicht-Sekretärin“. Ich verabschiedete mich notgedrungen.

Es vergingen weitere zwei Wochen.

Selbes Spiel, selber Anruf, selbe Aussage, selbe Laune und selber Effekt.
Die Telefonnummer des Handwerkers wurde mir, trotz eingängiger Bitte, nicht mitgeteilt. Ich müsse einfach warten. Das Gespräch wurde beendet und ich verließ daraufhin meine Wohnung.

Mitte Dezember rief ich erneut an, diesmal gab es keinen Gesprächspartner. Der Anrufbeantworter der Hausverwaltung teilte mir mit, dass sich die Mitarbeiter gesammelt auf einer Weiterbildung befänden und ab der darauffolgenden Woche Betriebsurlaub wäre. Eine Hausverwaltung hat Betriebsurlaub? Das habe ich bis dato auch noch nicht gehört. Es ist ja jetzt nicht so, dass diese Hausverwaltung nur drei Wohnungen zu betreuen hätte.  Kopfschüttelnd legte ich auf.

Jetzt stand also fest – in diesem (also im vergangenem Jahr) würde kein Handwerker die Fenster reparieren. Weder bei mir, noch in den anderen (ca. 500) Wohnungen.

Ich entschied mich, mein Fensterproblem selbst in die Hand zu nehmen und dichtete das Wohnzimmerfenster mit einer vorgelegten, eigens dafür entworfenen, dicken Stoffschlange ab. In der Küche wurde der vor Jahren mitgebrachte Sarong aus Thailand auf das Fensterbrett zur Dämmung gelegt. Im Schlafzimmer zierte ein dickes grünes, zusammengerolltes Handtuch die Fensterbank…Alles andere als schön – aber hilfreich. Den Weg zum Baumarkt ersparte ich mir.

Einige Wochen später, im Jahre 2010

Ich stand in der Küche und lauschte den ersten Worten meines neuen Hörbuches „Trigger“. Wulf Dorn, Autor und zugleich Sprecher, begann mit ruhiger, angenehm kräftiger Stimme von der Protagonistin Dr. Ellen Roth zu berichten.
Nach einer Stunde Hörzeit wurde ich durch einen Telefonanruf gestört und unterbrochen. Eine unbekannte Nummer erschien auf dem Display. Jegliche Gemeinsamkeiten zu den gerade gehörten Geschehnissen vertrieb ich aus meinem Kopf.
Ich entschloss mich allerdings trotzdem, den Anruf nicht entgegenzunehmen. Der Besitzer der unbekannten Nummer, hinterließ keine Nachricht auf meiner Mailbox.

Fortsetzung folgt….

Kostenlose Hörbücher bei audible.de (Gutscheincodes)

Kaum stöbert man einwenig im Netz und schon findet man ein wirkliches (kostenloses) Schnäppchen:

www.sparen-im-netz.de hat einen schönen kostenlosen Leckerbissen für Hörbuch Fans bereitgestellt.

Auf der Seite findet ihr einige Gutscheincodes von und für  audible.de

Probiert sie einfach aus, geht für bereits angemeldete User bei audible.de ebenso wie für NEU user.

Viel Spaß damit!

Das achte Opfer von Andreas Franz

Ein Julia Durant Krimi.

Zugegeben, dieses Hörbuch habe ich schon seit längerer Zeit in meiner Hörbibliothek. Ich habe ab und an mal für wenige Minuten reingehört und irgendwie hat es mich dann doch nicht „gepackt“.

Auch schreckten mich einwenig die Hörerrezensionen auf audible.de ab.

Vor kurzem jedoch gab ich mir dann schlussendlich ein Ruck und nahm das Hörbuch in Angriff und ich muss sagen: Es hat mich in keinster Weise enttäuscht.

Es ist durchaus ein spannender Krimi, das Thema sehr interessant und die Sprecherin ist ebenfalls, nach anfänglicher Gewöhnungszeit sehr gut. Ein literarische Werk wurde hier zwar nicht geschaffen, jedoch erhält man durchaus 14 Std. 44 Min spannendste Unterhaltung.

Das Thema der Geschichte ist teilweise harter Tobak –es wird von Korruption auf höchster Ebene, Menschenhandel und dem damit verbundenen organisierten Verbrechen berichtet. Schließlich ertappt man sich sogar dabei, den eigentlichen Mörder auf eine gewisse Art zu verstehen.

Auffallend ist noch, dass in diesem Julia Durant Krimi unheimlich viel geraucht und getrunken wird, ich kenne keinen fiktiven Kommissar der sich so oft eine Zigarette anzündet oder der so oft ein Bier oder sonstiges alkoholisches Getränk zu sich nimmt…

Dann mal Prost!

Schultüten Boogie

An den Tag im Jahre 1980,  an dem ich eingeschult wurde, kann ich mich ehrlich gesagt heute nicht mehr erinnern. Der erste Schultag ruft mir keinerlei Erinnerungen hervor.

Natürlich weiß ich, bedingt durch die vielen Fotos die sich in mein Gehirn eingebrannt haben,  was ich anhatte, welche Farbe meine Schultüte hatte, sie war rot und Donald Duck war ganz groß aufgedruckt. Sicher war sie auch prall gefüllt mit Süßigkeiten und sonstigem Kleinkram, auf den ich damals so stand. War da nicht auch ein Y-Heft drin? Hm ich weiß es wie gesagt nicht mehr.

Die Beweis- und Erinnerungsfotos zeigen mich mit einer riesigen Zahnlücke und einem sensationellen Haarschnitt. Es gibt ein Foto, da sitze ich in meiner Klasse in der 3. Reihe, neben einem mir heute völlig unbekannten Kind. Vor mir auf dem Tisch liegt meine Donald Duck Schultüte und ich strahle „lückenhaft“ in die Kamera. Damals natürlich keine Digicam, nein eher eine, welche meist mit dem Daumen für das nächste Bild aktiviert wurde.

Ein weiteres Foto entstand im Kreise meiner Kindergartenfreunde. Die Gesichter erkenne ich heute noch und kann sie einzeln mit Namen benennen.  Den Namen meiner Klassleitung weiß ich ebenfalls noch heute – Jahre später.

„Und ich, und ich?“, „Ich will mich auch verabreden! NIE darf ich mich verabreden!“ Mitbenutzerkind II brüllte lautstark durch die Wohnung als es hörte, dass Mitbenutzerkind I bei einer Freundin übernachten darf. Augenblicklich strömten Tränen und unter lautstarkem Gestampfe rannte MBK II an mir vorbei, in sein Zimmer.

Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen nach einem solchem Vorfall die Glastüren mit voller Kraft ins Schloss geworfen werden. Wer baut auch Glastüren in Kinderzimmer ein? Ich blickte dem „kleinen Wasserfall“ hinterher und schlich mich ebenfalls zum Kinderzimmer. Hineinblickend fand ich MBK II heulend auf dem Bett vor, den Kopf tief in das Kissen vergraben.

Ich wünschte mir, bedingt durch die Heulboje, für einen Moment Ohropax  zum Schutz vor dem sicherlich bald auftretenden Tinnitus. Ich zog meinen Kopf wieder zurück und beschloss, die Heulboje allein zu lassen. Erfahrungsgemäß endet der Alarm nach einer halben Minute. Das „Drama“ erstmal zu ignorieren ist die beste Lösung.

MBK I stattdessen stand in seinem Zimmer und packte freudestrahlend unwichtige Dinge in seinen Rucksack. Ich verkniff mir einen Kommentar, obwohl mir die Worte: Schlafanzug, Zahnbürste, Unterhose, T-Shirt bereits auf der Zunge lagen. Auch hier ging ich der Strategie nach, das Ganze erstmal zu ignorieren.

Im anderen Zimmer angekommen, nippte ich gerade an meinem Kaffee, als die mittlerweile verstummte Heulboje urplötzlich neben mir stand. Ein Phänomen, an das ich mich nach all der Zeit immer noch nicht gewöhnen kann, urplötzlich steht irgendwo ein Kind neben einem – schwupps einfach so – unsichtbar an meine Seite gebeamt.

„Wie oft muss ich noch schlafen bis ich in die Schule komme?“ fragte mich das kleine verheulte Wesen neben mir. „Darf ich mich dann auch verabreden und woanders schlafen?“ Ich stellte die Kaffeetasse ab und überlegte – leicht panisch, mit der falschen Antwort ein neues Drama auszulösen. Sofort folgte eine weitere Frage: „Sind 100 mal Schlafen genug?“ Mein Einsatz: „100 mal schlafen reicht fast und verabreden kannst du dich ja jetzt auch schon. Wir können ja nächste Woche mal deine Freundin fragen, ob du dort übernachten darfst, was hältst du davon?“

Ich war gerettet! Strahlende Augen sahen mich an und sofort rannte MBK II in das Zimmer von MBK I und rief. „Nächste Woche kann ich bei Samira schlafen!“ Ich rief hinterher, dass wir ja erstmal nachfragen müssen, das wurde jedoch einfach mal ignoriert. MBK I reagierte auch nicht auf die Aussage und bald hörte ich hysterisches Gelächter, von Beiden aus dem Kinderzimmer – die Welt schien wieder in Ordnung zu sein. Oh wie ich mich auf die Pubertät freue!

Stunden später, MBK I war längst aufgebrochen zur Übernachtungsparty, kam MBK II zu uns ins Zimmer und legte einen Zettel und einen Stift auf den Tisch. Auf dem Zettel standen vier verschiedene Namen und die Zahlen 1-10. Ebenfalls zierte eine gemalte Figur mit fünf Fingern das Blatt Papier. „Darf ich jetzt in die Schule?“ wurden wir gefragt. Wir blickten uns an und lächelten. Wir mussten beide an die vergangene „Vorsorgeuntersuchung“ denken, bei der sich MBK II einen Spaß machte, und eine Figur mit jeweils zehn Fingern an jeder Hand malte und dann freudestrahlend verkündete, dass es ein Witz sei. Die „Fünf Finger Hürde“ wäre also geschafft.

„Ich darf doch jetzt in die Schule oder? Ich habe euch auch ausschlafen lassen heute“ Ich musste lachen, manche Gedanken von MBK II sind sensationell! Umwerfend brilliant!

MBK Mutter nahm die Situation in die Hand und MBK II verließ nach einiger Zeit stolz das Zimmer. Aus dem Kinderzimmer konnten wir ein fröhliches Gesinge vernehmen.

Die nächsten Tage gab es nur ein Thema, die „Schuluntersuchung“ stand vor der Türe und MBK II war in heller Aufregung. An meine persönliche Schuluntersuchung und der damit verbundenen Aufregung meinerseits kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Am Morgen der anstehenden „Schuluntersuchung“ stand MBK II bereits morgens um 5 Uhr neben dem Bett, angezogen und mit gepacktem Rucksack neben dem Bett. Mit der Information, dass jetzt der Arzt noch nicht wach wäre, hüpfte das aufgeregte Wesen zurück in sein Zimmer und warf die Stereoanlage an. Das Hörspiel der kleinen Hexe begleitete uns beim Aufwachen…

Nach dem Frühstück machten wir uns alle auf den Weg, ich wünschte MBK II viel Spaß bei der Untersuchung und erntete dafür ein breites Grinsen. Das angehende Schulkind war so aufgeregt und gespannt, dass es den Anschein hatte es würde gleich vom Boden abheben.

Zwei Stunden später, bekam ich eine Meldung auf meinem Handy: Wir haben jetzt ein Schulkind :-)

Als ich das frisch attestierte Schulkind gegen Nachmittag aus dem KIGA abholte, wurde mir sofort erzählt, dass es heute bei uns eine Party geben würde. Auf meine Frage, wie es denn bei dem Arzt gewesen sei, bekam ich nur eine kurze Antwort. Vor wenigen Stunden war die Untersuchung noch so ein großes Thema und jetzt, nachdem alles vorbei war, wurde es eigentlich gar nicht mehr richtig erwähnt. Auch so was, an das ich mich erst noch gewöhnen muss, nichts ist lange wichtig :-)

Ich bin gespannt, wie es im September sein wird, wenn MBK II das erste Mal in die Schule geht, die Schultüte prall gefüllt und den Schulranzen auf dem Rücken. Mama MBK wird 100te von Fotos mit der Digicam schießen und vielleicht kommt mir dann doch die ein oder andere Erinnerung an meinen ersten Schultag zurück….

Ich freu mich jedenfalls sehr für das neue Schulkind und bin irgendwie sehr stolz und noch mehr freue ich mich, dass ich immer öfters ausschlafen darf :-)

Level 26. Dark Origins von Anthony E. Zuiker

Erste Worte

Bei den Strafverfolgungsbehörden werden Mörder in verschiedene Kategorien der Bösartigkeit eingeordnet. Angefangen bei Zufallstätern der Stufe eins, bis hin zur Folterern und Schlächtern der Stufe 25. Die sich durch Abgründe an Grausamkeit und Perversität hervor tun, die sich dem normalem Begriffsvermögen entziehen.

Nur wenigen Menschen ist bekannt, dass eine neue Kategorie entstanden ist, eine unvorstellbare und bisher unbekannte Dimension des Schreckens und nur jene namenlose Elitetruppe von Männern und Frauen die in keiner offiziellen Akte geführt wird und deren Aufgabe es ist die gefährlichsten Killer und Psychopathen der Welt auszuschalten, weiß von dieser neuen Kategorie.

Eine Kategorie in die bisher nur EINE Person gehört.

Seine Opfer: JEDER.

Seine Methoden: ALLES WAS IHM GEEIGNET ERSCHEINT.

Sein Alias: SQWEEGEL

(Quelle: Audio CD Verlag: Lübbe; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2009) ISBN-10: 3785742649 ISBN-13: 978-3785742648 geschrieben von Anthony E. Zuiker und Duane Swierczynski; gesprochen von Udo Schenk)

und das sagt audible über den Inhalt:

Steve Dark besitzt die Fähigkeit, seine eigene Persönlichkeit zu unterdrücken und in die Gedankenwelt eines Killers einzutauchen. Darks Methoden erfordern ein Leben abseits des Normalen, während sie ihn näher und näher zu seinen Zielpersonen führen. Zur gleichen Zeit wird der Preis, den er dafür zahlen muss, größer und größer. Der widerstrebende Ermittler und sein Team, unter der direkten Kontrolle der Regierung, muss nicht nur das Leben seiner Familie retten…

und ich meine dazu:

Ein neues Hörbuch Abo-Guthaben galt es einzulösen.

Ich klickte mich wie immer auf audible.de durch und fand LEVEL26. Der Beschreibung nach klang es spannend & durchaus interessant. Nach der Hörprobe jedoch, war ich mir zunächst höchst unschlüssig ob es tatsächlich das richtige für mich sei….

Einige Hörerrezensionen später und einem hilfreichen Tipp über twitter, war ich überzeugt und traute mich mutig an die Erzählung heran.

Die ersten Worte ließen bereits auf ein äußerst spannendes und brutales Hörbuch schließen. „Ich“ begleitete Sqweegel, den Serienkiller, oder sollte ich treffender sagen „das Monster“ – 7 Stunden und 7 min lang mit den Stöpseln im Ohr. Nicht wie sonst erledigte ich während des Hörens anderweitige Dinge, nein – bei diesem Hörbuch saß ich gespannt und gebannt in meiner Wohnung und vergewisserte mich dabei, dass auch wirklich die Haustüre abgeschlossen war…

In diesem Hörbuch wird getötet, vergewaltigt, verstümmelt, grausam gefoltert, verbrannt, vergiftet, alles nur irgendwie erdenkbare wird hier einem Menschen angetan. Es ist grausam, brutal und zeitweise habe ich schon ziemlich schlucken müssen bei den verschiedensten Ereignissen, dennoch konnte ich nicht aufhören, die Neugierde auf das (irgendwie absehbare) Ende gewann.

Neu und interessant war ebenfalls die Verbindung zwischen hören und „sehen“, es besteht die Möglichkeit nach einer gewissen gehörten Zeit, mittels eines genannten „Webcodes“ kurze Filmsequenzen auf der, eigens dafür eingerichteten Homepage, anzusehen. Ich gebe zu, dieses Feature ersparte ich mir…Visuell wollte ich mir das ganze dann nicht auch noch antun.

Dieses Hörbuch ist, trotz seiner Brutalität und Grausamkeiten, extrem spannend und für nervenstarke Hörer weiter zu empfehlen! Mehr muss nicht gesagt werden….


Ein Frohes Fest

den besten Jahresrückblick 2009!!!!!! Besser gehts kaum!!!!

Ein frohes Fest an Euch alle!

Advent, Advent, Groß grösser, Kinderaugen Teil VII ENDE

Fortsetzung und letzter Teil…

Ich kam im Büro an. Wie gewohnt war noch niemand da, während die Computer hochfuhren machte ich mir einen Kaffee. Meinen Ipod hatte ich immer noch im Ohr (ich meine natürlich die Kopfhörer), die Verhandlung lief ebenfalls noch. Es war spannend ohne Ende und eigentlich hätte ich mich viel lieber mit meiner Tasse Kaffee hingesetzt und den Geschehnissen weiter gelauscht, stattdessen öffnete sich die Bürotüre und mein Chef trat ein. Ein deutliches Zeichen dafür das meine Hörzeit und somit die Verhandlung für die nächsten Stunden unterbrochen wird. Mein Chef lächelte nur all wissen. „Immer noch Blomkvist und Salander?“ lautete sein Kommentar. Ich nickte, schaltete das Hörbuch aus und legte Ipod samt Kopfhörer auf meinen Schreibtisch. Der Geschäftstag konnte beginnen.

Gegen 18 Uhr stand ich nach getaner Arbeit vor dem Lastenaufzug, welcher ebenfalls zur Personenbeförderung gedacht ist und wartete auf denselbigen. Unten angekommen spürte ich schon die eisige Kälte die mich gleich erwartete. Ich zupfte meinen Schal noch einmal zu recht und setzte mir die Kopfhörer auf. Die Verhandlung konnte hiermit fortgesetzt werden.

Mein Auto stand natürlich am hintersten Parkplatz und so stampfte ich durch die klirrende Kälte und kam mit klammen Fingern an meinen Wagen an. Als ich dann endlich auf dem Fahrersitz saß, hatte ich den Eindruck ich wäre eingefroren, zumindest leicht angefroren! Ich startete den Motor und fuhr los, vorbei an dem netten Portier welcher mich trotz der Tatsache dass ich keinen Parkschein für das Gelände besitze, immer wieder bereitwillig einfahren und vor allem kostenlos parken ließ. Einen kleine Moment trafen sich beim vorbeifahren unsere Blicke und ich winkte ihm noch kurz zum Abschied zu.

Auf der Straße war der übliche all abendliche Berufsverkehr. Zum Glück hatte ich es nicht weit, nach 10 Minuten Fahrt erreichte ich mein Ziel. Die Parkplatzsuche erwies sich diesmal, sehr zu meinem eigenen Erstaunen, als ein äußerst einfaches Unterfangen. Direkt vor der Türe konnte ich meinen Wagen abstellen. Noch schnell die Parklizenz sichtbar hingerichtet und schon ruhte ich auf der Straße und zerrte die beiden Taschen aus meinem Wagen. Wenige Sekunden später stand ich vor der Türe und klingelte.

„Hallo?“ hörte ich die Stimme von Mitbenutzerkind II fragen. „Ja Hallo, ich bin es“ erwiderte ich, schon leicht frierend. „Hallo?“ schalte es aus der Gegensprechanlage zurück. „Ich bin es, machst du mir bitte die Türe auf?“ antwortete ich auf die zweite Hallo Frage. Ein undefiniertes Geräusch ertönte aus der Anlage. „Halllllllooooooooo“ rief ich meinerseits zurück. „ Ja, ich komm nicht an den Knopf“ hörte ich Mitbenutzerkind II stammeln. Im Hintergrund versuchte Mitbenutzerkind II die Aufmerksamkeit der anderen Mitbewohner lautstark auf sich zu ziehen. Ich konnte hören wie Mitbenutzerkind I zur Sprechanlage schlürfte, betont langsam und entspannt. Ich atmete tief ein, zum Glück saß Mitbenutzerkind I nicht gerade Nintendo spielenderweise auf der Toilette dachte ich. Über diesen Gedanken musste ich selbst lächeln. Nach einer gefühlten Ewigkeit fand sich endlich ein Mensch an der Gegensprechanlage ein, welcher durch seine Körpergröße in der Lage war auf den Einlassknopf zu drücken. Nach einem erneuten Frage und Antwort Spiel wurde mir endlich Einlass gewährt und ich konnte, zwischen zeitlich schlotternd, in den Lift nach oben fahren.

Oben angekommen wurde mir die Türe von Mitbenutzerkind II geöffnet, begrüßt wurde ich mit der hysterischen Aussage: „Im Kindergarten gibt es Läuse!“. Meine großen Taschen wurden glücklicherweise nicht beachtet.

Läuse – gut nicht das erste Mal dachte ich. Alleine bei dem Gedanken juckte es mich so gleich unter meiner dicken Mütze. Ich schüttelte meine lausigen Gedanken aus dem Kopf und ging in die Wohnung. Im Flur stehend blickte ich ins Wohnzimmer, dort lag Mitbenutzerkind I mittlerweile wieder auf der Couch und sortierte Yogi O Karten und hob zur Begrüßung die Hand. Dieses Kartenspiel ist mir selbst nach unzähligen Erklärungen und Einführungen unbegreiflich. Ich winkte zurück und schlich mich ins Wohnzimmer, vorbei an der Couch direkt in den Arbeitsbereich. Sehr zu meiner Freude wurden auch jetzt meine beiden Taschen auf keinster weise beachtet. Ich stellte die getarnten Geschenke unter den Schreibtisch und ging dann in Richtung Küche. Ich riss die Tür zur Küche auf und rief: „Buh“. Im selben Moment hatte ich ein feuchtes Geschirrhandtuch im Gesicht und ein:“ Huch, hab ich mich erschreckt!“ folgte sogleich. Das ist mal ne Begrüßung!

Nach der feuchten Begrüßung wurde ich sogleich in den Küchendienst eingeteilt. Nudeln sind was tolles, nach nicht einmal 10 Minuten stand unser Essen auf dem Tisch. Mitbenutzerkind I und II verkaufte ich den Salat wieder als besondere Salatherzen und somit wurde auch dieser mit Freuden verspeist.

Tischgespräch waren natürlich, wie sollte es auch anders sein, die Läuse im Kindergarten. Zum vierten Mal in diesem Jahr nisteten sich bereits diese kleinen Viecher in die Haare der KiKa Gänger. Ich sah mich schon wieder mit einer stinkenden Tinktur im Haar, stundenlang rumsitzend. Mir wurde mitgeteilt dass in den Haaren von Mitbenutzerkind II, keine einzige Laus entdeckt wurde und somit wurde beschlossen das Thema einfach verantwortungslos unter den Tisch zu kehren. Niemand hatte mehr Lust die nervige Prozedur über sich ergehen zu lassen. Wir beschlossen zu beobachten.

Zwei Stunden später war auch Mitbenutzerkind II endlich im Traumland. Mitbenutzerkind I schlief bereits eine Stunde vorher fast über den Nudeln ein. Endlich konnte ich meine Tüten hervor holen und stolz präsentieren. Große Augen und ein glücklicherweise angewachsener, jedoch aufklappender Kiefer blickten mich an. Damit hatte wohl niemand gerechnet. Ich freute mich meinerseits wie ein kleines Kind.

Ich machte mich daran die Päckchen aufzuhängen. Der eigentliche Plan die Päckchen an ein Geschenkband zu hängen wurde schnell verworfen und ich beschloss die Geschenke an die jeweilige Zimmertüre mit Tesafilm zu kleben.

Die dritten 24 Päckchen sollten im Wohnzimmer ans Bücherregal geklebt werden, Platz genug gab es hier. Das Ankleben gestaltete sich glücklicherweise schneller als das vorherige Einpacken. Nach knapp einer halben Stunde waren die Kinderzimmertüren sowie das Bücherregal mit jeweils 24 Päckchen bestückt. Voller Stolz machte ich noch drei Fotos – die Adventskalender waren endlich fertig und an Ort und Stelle. Meinen eigenen Adventskalender fotografierte ich ebenfalls. Ich fand alles großartig und freute mich auf den Morgen.

Zwei Stunden später lagen wir im Bett und hörten ein seltsames Geräusch aus dem Gang. Ich sprang auf und ging hinaus. Der Tesa hielt nicht ganz seinen Versprechen, ein Päckchen lag bereits auf dem Boden. Ich klebte es erneut hin und berichtete im Wohnzimmer den Vorfall. Im selben Moment blumste hinter mir ein weiteres Päckchen –  die Nummer 15 auf den Boden. Wir lachten und stellten uns vor wie wohl die Nacht sein wird wenn ein Päckchen nach dem anderen herunterfallen würde. Bis wir einschliefen viel glücklicherweise kein einziges mehr zu Boden.

Der Morgen.

Ich wachte durch hektisches, geflüstertes Gebrabbel, welches aus dem Gang kam auf. Mitbenutzerkind II stürmte in das Zimmer von Mitbenutzerkind I und weckte das selbige. Schnell wurde berichtet was sich an den Türen befindet und so gleich konnten wir hören wie Mitbenutzerkind I aus seinem Hochbett stürzte. Ein freudiges:“ Bow, ah cool“ erklang aus dem Gang. Beide rannten hin und her und begutachteten ihre Türen. Wir hörten noch wie sich beide die Frage stellten ob sie denn jetzt zu uns ins Zimmer können und ob sie uns jetzt wecken dürfen. Wir nahmen ihnen die Entscheidung ab und standen auf. Langsam öffneten wir die Tür und sahen in zwei freudig strahlende Gesichter, welche Zeitgleich wild durcheinander riefen und ebenso liefen. Sie freuten sich und ich mich auch. Ziemlich sogar.

Als beide dann noch ins Wohnzimmer liefen entdeckten sie den dritten Adventskalender am Regal klebend. Ein lautes „Hallo“ erklang im Zimmer und die Freude darüber das jetzt wirklich jeder von uns seinen eigenen Adventskalender hatte, war unüberhörbar.

Jeder von uns öffnete sein jeweilig erstes Päckchen und die meisten von uns, aßen den Inhalt in der selben Sekunde auf J Die Adventskalender waren und sind also ein voller Erfolg und ich freute mich über die 3 überraschten Gesichter und das ist, denke ich der Sinn und Zweck dieser ganzen weihnachtlichen Aktionen. Freude schenken und auch zurück zu bekommen. Dieses Gefühl ist viel mehr wert als ein materielles Geschenk.

Nach wie vor bin ich kein Anhänger dieses weihnachtlichen Wahnsinns, im Grunde kommt es nur darauf an was man daraus macht und wie man es macht – und eins hab ich jetzt gelernt –strahlende große Kinder- und Erwachsen Gesichter sind die schönsten Dinge die es gibt……..

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen fröhliche Weihnachten!!!!!!!!

(Das Hörbuch habe ich natürlich zu Ende gehört :-) bewusst habe ich hier aufgehört die Handlung zu erzählen…..auf alle Fälle ist es sehr hörenswert und ein eindeutiges MUST HEAR! Schenkt es Euch doch einfach selbst zu Weihnachten, stellt Euch vor den Spiegel und erfreut Euch an Eurem eigenen Lächeln……..)

ENDE

und hier noch Fotos der Adventskalender (für Mitbenutzerkind I & II)