AUSGEHÖRT: Frau Ella von Florian Beckerhoff

Erste Worte: Sie wäre die letzten paar Jahre ihres Lebens auch mit einem Auge zurechtgekommen. Wenn man sie gelassen hätte. Was brauchte sie in ihrem Alter noch zwei Augen? Mit fast neunzig Jahren. Da lag sie jetzt in diesem kargen Krankenzimmer und beobachtete, wie seit vielleicht einer halben Stunde Wasser aus dem Bad strömte, mittlerweile den ganzen grauen Boden des Raumes bedeckte und silbern zum Glänzen brachte.

Kurzinhalt via audible: Der dreißigjährige Sascha ist wenig begeistert, als er nach einer Augen-OP kurzfristig sein Krankenzimmer mit einer schnarchenden Oma teilen muss: Frau Ella. Als die aber gegen ihren Willen operiert werden soll, bringt Sascha sie bei Nacht und Nebel in seiner Wohnung unter. Saschas Freunde Klaus und Ute sind von dessen neuer Mitbewohnerin begeistert: Total schräg, so eine WG!Frau Ella

Tatsächlich wird der lethargische Sascha die lebendige, aber einsame Frau Ella so schnell nicht wieder los. Klaus und Sascha nehmen sich der alten Dame an, kleiden sie neu ein, führen sie zum Essen aus und machen Ausflüge in die Sommerfrische. Alles läuft bestens – bis Saschas Freundin Lina braungebrannt aus Spanien zurückkehrt.

(c) 2009 Ullstein Verlage GmbH, Berlin(p) 2010 Hörbuch Hamburg HHV GmbH

Autor: Florian Beckerhoff

Sprecher: Peter Jordan

Spielzeit: 04 Std. 31 Min. gekürzt

Das Hörbuch gibt es zum Download bei audible.de

Meine Meinung: Aufgrund eines Wasserrohbruches im Krankenhaus, werden kurzerhand und notgedrungen Frau Ella und Sascha in ein und demselben Krankenzimmer untergebracht.

SIE – Frau Ella ist eine 87jährige lebensfrohe alte Dame, ER – Sascha ein eher lethargisch wirkender junger  30jähriger Mann.

Die Situation anfangs etwas ungewohnt, freunden sich die beiden jedoch schnell an. Um Frau Ella vor einer ungewollten Vollnarkose und vor noch so manch anderen seltsamen Dingen zu retten greift Sascha zu „harten“ Mitteln – beide verlassen fluchtartig das Krankenhaus und Frau Ella wird in Saschas Wohnung einquartiert.

Frau Ella gewöhnt sich sehr schnell an diesen Umstand und ihr herrlich naiv wirkende Art bezüglich so mancher „neumodischer Dinge“ ist geradezu herzzerreißend süß. Schnell wird aus einem Latte Macciatto ein Kaffee mit Macciatto oder gar ein Milchschaumkaffee. Was solls – der Kaffee, zubereitet von ihr, schmeckt wunderbar!

Frau Ella „mischt“ die WG auf, bringt dadurch nicht nur Ordnung in die selbige, nein auch Sascha entdeckt was wirklich wichtig ist im Leben.

Die Geschichte einer Generationen-Freundschaft wir hier auf sehr unterhaltsame und anschauliche Weise erzählt. Schnell war das HB ausgehört und  das Herz war durch diese heitere Story wohlig gewärmt.

Fazit: Schnell auszuhörendes Büchlein. Witzig und charmante Erzählung über eine nicht alltägliche  Freundschaft.

Hörens- und liebenswerte Geschichte! Witzig und charmant. Sprecher Peter Jordan passte bestens zur Erzählung. Sehr gerne mehr von ihm!

4/5 Punkte Story und Sprecher.

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Ausgehört: Ein allzu braves Mädchen von Andrea Sawatzki

Erste Worte: Montag. Sie hatte sich in ein nahegelegenes Wäldchen geflüchtet und kauerte unter den tiefhängenden Ästen einer Tanne. Die Arme um ihren Oberkörper geschlungen, wiegte sie sich sanft vor und zurück, als wolle sie sich selbst festhalten.

Ein allzu braves Mädchen von Andrea SawatzkiKurzbeschreibung via audible.de : Tagelang bellen die Hunde im Garten des Anwesens, bevor man Winfried Ott findet. Der 71-Jährige liegt nackt im Schlafzimmer seiner Villa, offenbar ermordet mit einer scharfkantigen Waffe. Zur gleichen Zeit entdeckt die Polizei in einem Waldstück eine verstörte junge Frau. Ihre roten Haare leuchten zwischen dem Grün der Bäume. Sie kann sich nicht erinnern, wie sie an diesen Ort gelangt ist. Was sie der Psychiaterin zu erzählen hat, lässt niemanden kalt. Aber entspricht das, was sie erlebt zu haben glaubt, auch der Wahrheit?

©2013 Piper Verlag GmbH, München (P)2013 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg

AutorAndrea Sawatzki

Sprecher: Andrea Sawatzki

Hörspielzeit: 03 Std. 07 Min. (ungekürzt) Veröffentlicht: 2013

 

Meine Meinung: 

Unterschiedlicher konnten die Meinungen hier kaum sein, von totaler Begeisterung bis hin zur frühzeitigen „Abschaltung“ des Hörbuches habe ich bisher jede Kritik vernommen. Mit Spannung trat ich also an die Geschichte heran.

In ihrem Erstlingswerk schildert Andrea Sawatzki die Begebenheiten und Umstände welcher zu einer grausamen Tat führten, genauer gesagt wirkt diese Erzählung eher wie ein Patientenbericht auf mich. Ein interessanter Patientenbericht wohlgemerkt!

Die Gespräche zwischen der Therapeutin und dem »allzu braven Mädchen« lassen tief in die Psyche der jungen Frau blicken. Erschütternd ihre Erlebnisse in der Kindheit, erschütternd ihr Lebend im allgemeinem. Ist es Wahrheit was dem Hörer hier erzählt wird oder handelt es sich gar um ein perfides Spiel der Hauptprotagonistin, will sie lediglich Ihre eigene Haut retten oder ist sie einfach verrückt? Diese Frage stellte ich mir ab und an. Grund hierfür war sicherlich auch der etwas verworrene Aufbau der Geschichte.

Fazit: Eine schockierende, irre Geschichte – irre erzählt & gut von der Autorin selbst vorgetragen.

Ein teilweise verworrener Plot, eine ungewöhnliche interessante Umsetzung – eingepackt in eine kurze Spielzeit von 3 Stunden und 7 Minuten!

Ich vergebe diesem Hörbuch 3/5 Punkten. Sprecherpunkte 5/5.

Über den Autor: Andrea Sawatzki, Jahrgang 1963, gehört zu den bekanntesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen und ist vielen nicht zuletzt als Tatort-Kommissarin Charlotte Sänger in Erinnerung. Daneben hat sie zahlreiche Romane erfolgreich als Hörbuchsprecherin vertont. »Ein allzu braves Mädchen« ist ihr erster Roman. Zusammen mit dem Schauspieler Christian Berkel und den zwei gemeinsamen Söhnen lebt sie in Berlin.

Ich bin kein SERIENKILLER von Dan Wells – au(f)gehört

Quelle: Autor – Dan Wells, Verlag – HörbucHHamburg HHV GmbH, Sprecher –Stefan Kaminski, Spieldauer – 06 Std. 34 Min. (gekürzt), Veröffentlicht 2009

Das Hörbuch ist bei Audible für € 9,95 erhältlich.

Zur Hörprobe 

Beschreibung von Audible: Du spürst, da ist etwas Böses in dir. Deine Familie behauptet, es sei bloß Einbildung. Doch du weißt es besser, denn du kennst das Monster, das in dir lebt. Du versuchst mit allen Mitteln, es zurückzuhalten. Verbietest dir selbst den Kontakt zu dem Mädchen, das du liebst, besuchst freiwillig den Psychotherapeuten, hältst dich stets unter Kontrolle. Du hast keine Freunde.

Dein einziges Hobby ist das Einbalsamieren von Leichen im Beerdigungsinstitut deiner Mutter. Doch niemand kann dir helfen. Und diese dunkle Gewissheit ist da. Eines Tages wird das Monster ausbrechen. Du wirst zum Serienkiller werden. Die Frage ist nur – wann?

Meine Meinung:  Zugegeben die erste Stunde fand ich interessant, gespannt lauschte ich in die zweite Stunde hinein. Die Story bis dato flüssig und leicht erzählt von Sprecher Stefan Kaminski. Der Sprachstil erinnert einwenig an ein Jugendbuch – locker und leicht. Hauptprotagonist John, der Erzähler der Geschichte und besessen von Serienkiller-Geschichten wirkt eigentlich recht sympathisch. Nach ca zwei Stunden Hörzeit beginnt das Hörbuch jedoch in eine etwas seltsame Richtung zu gehen. Sprich – der vermeidlich gekaufte Thriller entpuppt sich als Fantasy-Horror-Thriller. Ein Genre mit dem ich gerade gar nichts anfangen kann.

Der anfängliche Versuch trotz der abgefahrenen Wende weiter zu hören, scheiterte kläglich. Hörbücher im „Splatter-Stil“ sind trotz gutem Willen nicht mein Geschmack.

Fazit: Fans von Fantasy-Horror-Thrillern sind mit diesem Hörbuch mit Sicherheit sehr gut bedient. Laut der nachträglich gelesenen Rezis soll es ein sehr spannendes, interessantes und unterhaltsames Hörbuch sein. Worte wie „Meisterwerk“, „klasse Debüt“ finden sich ebenfalls auf den jeweiligen Buch- und Hörbuchseiten. Die richtige Wahl also für Hörer welche auf die „anderer Art“ von Thrillern stehen….

Ich hebe es mir auf – wer weiß was die Zeit bringt…. Das Cover übrigens, gefällt mir sehr gut – es wirkt sofort  sehr ansprechend, nur lässt es leider nicht auf einen Fantasy-Horror-Thriller vermuten.