Ausgelesen: Cityboy. Geld, Sex und Drogen im Herzen des Londoner Finanzdistrikts von Geraint Anderson

Der Urlaub und die Lesesachen… Buch No.4

Kurzbeschreibung: Mit seiner tabulosen Schilderung des Lebens im Londoner Finanzdistrikt bricht Geraint Anderson das Schweigegelübde der Square Mile. Als Staranalyst einer großen Investmentbank kennt der »Cityboy« die schmutzigen Einzelheiten: die sechsstelligen Boni, die Monster-Egos, den dekadenten Wahnsinn zwischen Milliarden, Sex und Drogen in der Finanzmetropole Europas. Dieses Buch ist schonungslos und brutal – wie der kaputte Alltag der Banker.

Meine Meinung: 

Vor geraumer Zeit, ich glaube es war 2009 stieß ich beim Zappen auf eine interessante Reportage. Thema der Sendung war: Ein Investmentbanker packt aus. Kann interessant werden, dachte ich mir und blieb dran.

Der Investmentbanker, Geraint Anderson – ein auf dem ersten Blick sympathisch wirkender Typ, erzählte also seine Story aus dem Londoner Finanzdistrikt.

Vor seiner Zeit als Top Analyst trieb er sich in Indien herum und genoss dort sein Leben. Er war eher ein Freigeist und wie er es mehrmals betonte, hielt er sich selbst für einen Linken Hippie.

Alles schön und gut, eines Tages entdeckte der „arme“ Hippie, auch in Indien wird nach einiger Zeit Geld benötigt und mit einer leeren Kasse ist auch dort nicht wirklich viel anzufangen. Zur Freude seiner Familie kam er nach London zurück und bewarb sich, auf Empfehlung seines Bruders, bei einer Londoner Investmentbank.

Jetzt wurde es interessant. Ohne wirkliche Vorkenntnisse und vor allem ohne wirkliche Lust nahm Geraint den angebotenen Job an und trat ein in die Welt des Geldes.

Nach und nach fing der Job an ihm zu gefallen und nach einiger Zeit entdeckte er die „Vorzüge“ seiner Tätigkeit. „Steigende Börsenkurse, Frauen, Geschäftspartys und Kokain –  was allein zählte war das hier und jetzt“ – so beschrieb er selbst seinen Job.

Die Gier treibt ihn weiter und weiter. Boni um Boni, Jahr um Jahr. Die Laster der City offenbarte er zum selbstgewählten Ende seiner  Karriere. Unter einem Pseudonym (the cityboy) in thelondonpaper veröffentlichte er seine Story, seine Taten und die seiner „ehrenwerten Citykollegen“.

Ein schnell zu lesendes Buch. Interessant, reisserisch und vom Stil unterhaltsam und recht einfach geschrieben. Wer ein Finanzbuch, Börsentipps oder gar Erklärungen erwartet, dem sei gleich von diesem Buch abzuraten. Hier gibt es „lediglich“ die Story eines ehemaligen Insiders – der irgendwann im Laufe seiner Karriere entdeckt hat, das diese Art von „Spiel“ nicht alles auf der Welt für ihn ist.

Interessant finde ich sein geradezu ambivalentes Verhalten. Auf der einen Seite das „fütternde“ System verurteilen um dann selbst, trotz aller Moralvorstellung jahrelang kräftig und fleissig dabei mit wirken. Die „überbewerteten“ Boni steckte er aufopfernd und gerne noch ein bevor er dann kräftig auf das bekannte „System“ und seine ehemaligen „herzlosen und unmoralischen Arbeitskollegen“ schimpfte….

Das ist es was mich einwenig am Buch stört. Systeme beschimpfen und selbst dabei mitwirken – ist nicht die Art von Veränderung die ich gut heiße.

Sei es drum, das Buch hat mir gefallen. Ja wirklich, ich fand es interessant und teilweise kann ich Geraint verstehen. Teilweise……

4von5Sternen!

Das Buch gibt es als Taschenbuch von Piper Verlag im Buchladen Eures Vertrauens. Preis € 9,99. Seitenanzahl 353.

Das Internet, wie wir alle wissen, vergisst nichts und niemanden – hier die Reportage von 2009. (richtig vermutet)

Mehr Urlaubslektüre gibt’s hier.

 

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