AUSGEHÖRT: Lieber Matz, dein Papa hat ’ne Meise: Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie – von Sebastian Schlösser

Lieber Matz, dein Papa hat 'ne Meise: Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychatrie

Erste Worte:

Erster Brief. Mein lieber Matz, nun bin ich schon eine weile hier und erst jetzt verstehe ich so langsam was in den letzten Monaten und Wochen so alles passiert ist und warum ich schließlich hier gelandet bin. Ja, genau – gelandet, wie ein Raumschiff. Zuerst kam ich mir hier auch wirklich so vor wie auf einem anderen Planeten. Ich bin so schnell gewesen in der letzten Zeit, wie ein Raumschiff bin ich durch`s Leben geflogen. So schnell, daß ich vieles gar nicht mehr sehen konnte….

Quelle: Autor – Sebastian Schlösser, Verlag – HörbucHHamburg HHV GmbH, Sprecher – Andreas Fröhlich, Spieldauer – 03 Std. 46 Min. (gekürzt), Veröffentlicht 2011

Das Hörbuch ist bei Audible im Flexi-Abo für € 9,95 erhältlich.

Zur Hörprobe

Schlösser der erfolgreiche Shooting Star… Schlösser der 27jährige Theaterregisseur am Hamburger Schauspielhaus. Schlösser der Papa mit der Meise….

Anhand von 51 Briefen, allesamt bestimmt für seinen achtjährigen Sohn, beschreibt Schlösser seine verschiedenen er- und durchlebten Phasen.

Er berichtet von „Wolkenkuckucksheim“, erzählt von seinen „Mithäftlingen“, erklärt seinen Tagesablauf und gewährt dadurch einen sowohl traurigen als auch teils heiteren Einblick in sein Leben.

Schlösser benötigt Urlaub von sich selbst, dass betont er explizit bei seiner freiwilligen Einweisung und hofft nun auf Hilfe und Heilung seiner teils familienbedingten Krankheit.

Das Hörbuch wurde an einem Stück von mir durchgehört. Sebastian Schlösser zog mich vollends in seinen Bann, seine Geschichte fasziniert(e) mich und teilweise saß ich mit einem lachenden und weinenden Auge in meiner Küche und lauschte seinen Erzählungen.

Teils amüsiert über seine Art und Weise, wie er einzelne Situationen meistert oder auch komplett über das Ziel hinaus schießt. Schlösser der auch mal eben so sein Handy in die Alster wirft um unerreichbar zu bleiben…

Die Abmeldefloskeln, sprich die motzigen Frechheiten welche auf die Kliniktafel von Herrn Schlösser gepostet werden, zwingen einem schon ein breites Grinsen auf: „ Herr Schlösser geht jetzt auf dem Klinikgelände flanieren, wenn er Glück hat macht er dort eine positive Entdeckung, oder auch zwei. Er wird pünktlich zum Abendessen zurück sein.“

Sprecher Andreas Fröhlich schlüpft stimmlich gar „wunderbarst“ in die Rolle des manisch-depressiven Herrn Schlösser.

Absoluter Euphorie, Großenwahnsinn, unendlichen Traurigkeit, die Suche nach der Unmittelbaren und bedingungslosen Liebe seines selbst, sind ein Teil der Themen die Schlösser auf seinem Weg begleiten.

Einen Weg den er für sich und letztendlich auch für seine Familie geht. Der ihn über Höhen in Tiefen, über Gipfel durch Täler führt.

Unsagbar traurig dann wieder extrem humorvoll und äußerst heiter – HÖRENSWERT – absolut! Immerzu und sofort. Ein Buch das noch lange nachwirkt…


One thought on “AUSGEHÖRT: Lieber Matz, dein Papa hat ’ne Meise: Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie – von Sebastian Schlösser”

  1. Als Lebensgefährte einer Bi-polaren kaum zu ertragendes Buch. Es trägt nicht zum Verständnis dieser Krankheit bei. Herr Schlösser und alle anderen Erkrankten pflügen ihr Umfeld mit Beleidigungen, Bedrohungen, Offenbarungen der Selbstmordgedanken und anderen düsteren Prophezeiungen durch. Die Briefe des Herrn Schlösser sind billige Rechtfertigungen für ein Ausmaß an Zerstörung, deren Handlungen durch ein Buch nicht zu revidieren sind. Ohne die Erkrankung zur Schuld zu erheben, ist ein einfaches“ Verzeihung“ die einzig richtige Reaktion. Man darf einem Kind nicht alles sagen, wie sinngemäß von Herrn Schlösser :“ Ich lebe wegen dir weiter „. Soviel Vereinahmung ist unerträglich und muss für den Jungen einen schrecklichen Schluss ergeben. War bei einem erneuten Selbstmordversuch der Matz als Sohn nicht gut genug ? Herr Schlösser steckt noch mitten drin, das zeigt sein Buch und man darf seine Schriften einfach noch von der „Meise“ geschrieben ansehen nicht vom “ Geleuterten „.
    Dieses Buch mag für Bi- polare und nicht Betroffene humorvoll sein, für mich als Opfer in Nebenrolle eine Beleidigung. Stereotypes Thema einseitig abgearbeitet und von der der Krankheit inneliegender Egomanie überdeckt.

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