AUSGEHÖRT: Bartleby, der Schreiber: Eine Geschichte aus der Wall Street von Hermann Melville

Erste Worte: 

Ich bin ein, schon etwas bejahrter Mann. In den letzten 30 Jahren hat mich die Art meiner beruflichen Tätigkeit in ziemlich naher Berührung mit einer, wie mir scheint recht interessanten und einigermaßen merkwürdigen Klasse von Menschen gebracht über die aber bisher, soviel ich weiß, noch nie geschrieben wurde.
Ich meine die Aktenkopisten und Schreibgehilfen. Ich habe ihrer sehr viel kennengelernt, beruflich und privat und wenn ich wollte könnte ich mancherlei Geschichten erzählen über die gutherzige Männer vielleicht lächeln und gefühlvolle Seelen Tränen vergießen würden.

Quelle: Autor – Herman Melville, Verlag – parlando Verlag, Sprecher – Christian Brückner, Spieldauer – 01 Std. 54 Min. (ungekürzt), Veröffentlicht 2009

Das Hörbuch ist bei Audible für € 16,95 erhältlich.

Zur Hörprobe 

Beschreibung von Audible: „Ich möchte lieber nicht.“ Mit diesem Satz lehnt der Schreiber Bartleby nach und nach freundlich, aber bestimmt jeden Dienst für seinen Herrn ab. Als dieser ihn endlich auffordert zu gehen, möchte Bartleby auch das „lieber nicht.“ Stattdessen bleibt er untätig an seinem Platz und starrt träumend gegen die Wand. Verzweifelt zieht sein Dienstherr aus…

Meine Meinung: Eine sprachlich wundervoll gestaltete Erzählung.

Melville schaft es problemlos Bartleby vor meinem inneren Auge zum Leben zu erwecken. Wobei hier das Wort ‚erwecken‘ eher unangebracht in Verbindung mit Bartleby erscheint…🙂

Die kurze Geschichte erinnert mich einwenig an Kafka, findet man doch auch hier eine gewisse tiefe Tragik, eine Ausweglosigkeit sondergleichen wird hier dargestellt und verzweifelt ‚gelebt‘.

‚Ich möchte lieber nicht‘ – Bartleby`s Aussage zu allem ihm aufgetragener Jobs wirkt zu Anfang noch sehr humorvoll, doch im Laufe der Erzählung treibt einen genau diese Aussage in den Wahnsinn. Zu gerne wäre ich in die Geschichte ‚gesprungen‘ und hätte Bartleby samt Arbeitgeber geschüttelt und andere Perspektiven unterbreitet. Wie kann es nur soweit kommen war meine Hauptfrage.

Sprecher Christian Brückner sei noch schnell erwähnt, der deutsche Synchronsprecher von Robert de Niro macht seinen Job gewohnt wundervoll – ein Glück das er sehr wohl wollte………..

Fazit: Humorvoll, kurzweilig, amüsant, absolut hörenswert und dadurch empfehlenswert!

Eine kleine großartige Geschichte!

Ich möchte lieber nicht – dann finde besser schnell heraus was Du wirklich willst….

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