Du hörst aber auch immer so ein Zeug…..

Spätabends: „Du, ich bin mir jetzt nicht mehr sicher ob ich das Autofenster zugemacht habe!“ „Hm, das weiß ich auch nicht – noch mal runtergehen und nachschauen?“

War ja klar, so was passierte nur mir, vorzugsweise mitten in der Nacht oder bei strömenden Regen und genau der kündigte sich bereits durch zahlreiche Blitze am nächtlichen Himmel an. Was tun? Aufstehen – Schuhe anziehen und nachsehen? Oder doch einfach auf der Couch bleiben und den Gedanken verdrängen?

Schwierig, in meinem Kopf sammelten sich bereits die ersten „Was ist wenn Gedanken“ Was ist wenn das Fenster noch offen ist und es gleich in dein Auto rein regnet? Kommt mir dann morgen beim Öffnen der Autotüre eine kleine Wasserflut entgegen? Was ist wenn jemand das Autoradio geklaut hat? Das will bestimmt keiner, antwortete ich mir im Geiste selbst. Oder was ist wenn Dir einer die Parklizenz klaut durch das offene Fenster, das KVR freut sich sicherlich über Deinen Anruf –  „Guten Tag hier ist xy, mir wurde meine Parklizenz aus dem Auto geklaut – ja ich weiß ich hab sie schon mal während des Fahrens mit offenen Fenster verloren, aber diesmal ist sie mir geklaut worden – Lachnummer vorprogrammiert!

Draußen blitzt es immer mehr am Himmel. Ich blicke aus dem Fenster und kann den baldigen Regen schon riechen. Gut gewonnen! Ich stehe also auf und gehe in den Gang und ziehe meine Schuhe an. „Hast Du meinen Schlüssel gesehen?“ frage ich in das Zimmer. „Ne“, kommt als hilfreiche Antwort zurück. Ich schüttle den Kopf und binde meine Schnürsenkel zusammen. Beim Aufstehen bleib ich mit dem Knie an meinem Ipodkabel hängen und reiße mir das selbige aus meinem Ohr. Mist aber auch – wie oft passiert mir das noch? „Ich geh dann mal runter“ „Hm“ brummte es aus dem Zimmer.

Ich öffnete die Wohnungstür und ging zum Lift. Die Treppenbeleuchtung in der Ecke flackerte. Kurz bevor ich auf den Knopf für den Aufzug drückte kam mir ein gruseliger Gedanke – Der Lift des Grauens…. Blödsinn! Ich drückte den Knopf und wartete. Ich gestehe dieser Lift ist mir schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge, genauer gesagt seit er sich mal verselbstständigte und mit mir als Passagier meine Stockwerkwahl komplett ignorierte und mich, ebenfalls zur späten Stunde, in den tiefsten Keller beförderte und meinen dringenden Wunsch zur Weiterfahrt komplett ignorierte. Da stand ich also damals und blickte in ein dunkles Loch. Selbstverständlich hatte ich, wie so oft, den Ipod im Ohr und zu diesem Zeitpunkt lief gerade das Hörbuch LEVEL26. Nicht schön so was!

Ich betätigte den Aufzugknopf und konzentrierte mich auf den Sprecher meines Hörbuches. Mit dem einem Ohr hörte ich die Stimme von Simon Jäger wie er gerade vom Augensammler sprach und mit dem anderen Ohr nahm ich die knarrenden Bewegungen des nahenden Aufzugs war. Die Geräusche klangen nicht wirklich vertrauensfördernd und gerade als ich darüber nachdachte ob ich nicht besser zu Fuß gehen sollte, öffnete sich die Tür des Aufzuges.  Was soll`s – ich stieg also ein und drückte auf E.

Sekundenspäter bewegte sich mit lautem Gequietsche die Lifttür und bevor sie sich komplett schloss, versank das Stockwerk in der Dunkelheit. Schlagartig stellten sich mir die Armhaare auf! Der Lift bewegte sich in diesem Moment abwärts. Wohl war mir dabei nicht.  Das Geräusch welches der Aufzug während der Fahrt von sich gab wirkte alles andere als beruhigend auf mich.  Ich schüttelte den Kopf und atmete tief durch.

Auf dem Display im Lift verfolgte ich die vorbeiziehenden Stockwerkzahlen.

4…….. – 3…….. – 2…… -1…….. ein spürbarer Ruck folgte und auf dem Display erschien der Buchstabe E. Ich nahm einen meiner Stöpsel aus dem Ohr.  Die Tür schob sich langsam auf und ich spähte während ich einen Schritt nach vorne ging, hinaus. Licht schien mir entgegen. Welch Freude doch Licht auslösen kann! Ich trat entspannt aus dem Lift und ging zur Eingangstür. Ich wählte bewusst den Eingang zur Hauptstrasse, der Gang über den wahrscheinlich stockdunklen Hof wäre mit Sicherheit nichts für meine, eh schon angespannten Nerven.

Als ich aus dem Haus war, hielt ich mich links und ging den leeren Bürgersteig entlang. Wenige Meter vor mir sah ich auch schon mein Auto in der Parklücke. Kein Mensch auf der Straße um diese Zeit .

Fortsetzung folgt…

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