Trigger, der Fenstermensch und ein schneller Aufbruch Teil III

Fortsetzung….

Eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Termin schloss ich meine Wohnungstüre auf. Der erste Weg galt zur Kaffeemaschine, der zweite zu meinem Wäscheständer. Während es in der Küche schon anfing nach Kaffee zu duften, räumte ich die Wäsche ab und sehnte mich nach meinem Trockner zurück, welcher vor drei Wochen den Geist aufgab.

Es war kurz vor zwei als ich mich mit einer frischen Tasse Kaffee ins Internet begab. Ich blickte auf die Uhr und verbannte den Gedanken mein Hörbuch weiter zu hören schnell aus dem Kopf. Stattdessen startete ich meinen PC und rief meine E-Mails  ab.

Ich hatte 25 neue E-Mails. Alleine acht betrafen die Änderungen in einem Projekt. Neue Entwürfe zur Ansicht waren ebenfalls dabei. Eine Einladung zum verspäteten Weihnachtsessen und vier private. Ich öffnete die erste private E-Mail. Hier ging es um das heutige Abendessen, ich wurde gefragt ob ich nicht einkaufen gehen könnte. Die andere E-Mail handelte von einem gerade gehörtem Hörbuch und die nächste war von Mitbenutzerkind I, ein einsames „Hallo“ stand als Inhalt in der Mail. Die letzte E-Mail galt der Frage ob der Fenstermensch schon da war.

Richtig, wo blieb eigentlich der Fenstermensch? Es war 15 nach zwei und weit und breit kein Fenstermensch in Sicht. Ich holte mein Handy und dort gähnte mir eine leerer Anrufliste entgegen. Ich beantwortete die Frage nach dem Fenstermenschen mit einem einfachen „noch nicht!“. Die Abendessen-Mail beantwortete ich gleich im Anschluss.Dem Hörbuchhörer gratulierte ich zur ausgezeichneten Wahl und Mitbenutzerkind I schrieb ich ebenfalls.

Ich ging erneut zur Kaffeemaschine und befüllte meinen Becher.

Jetzt war es halb drei. Ich griff abermals zum Handy und wählte die Nummer des Fenstermenschen. Aus dem Hörer kam mir eine Stimme mit der einfachen, aber deutlichen Ansage entgegen: „Der gewünschte Teilnehmer ist momentan nicht zu erreichen, bitte probieren Sie es zu einem späteren Zeitpunk noch einmal!“.

Ungläubig blickte ich auf das Display, hatte ich auch die richtige Nummer gewählt? Ich beruhigte mich mit der logischen Erklärung, dass der Fenstermensch eben gerade keinen Empfang hätte, so kurz vor meiner Tür.

Ich schrieb eine E-Mail mit dem Hinweis der Fenstermensch wäre immer noch nicht da und telefonisch sei er ebenfalls gerade nicht zu erreichen. Innerlich fing ich ein klein wenig an zu kochen….

Weitere zwanzig Minuten und unzählige, mittlerweile nicht mehr ganz so heiter klingende E-Mails später , rief ich erneut die unerreichbare Nummer an. Wie durch ein Wunder erhielt ich ein Freizeichen. Ach! Jetzt war ich überrascht. Nach wenigen Sekunden hörte ich die Fenstermensch Stimme:

Ich:„Hallo Herr Fenstermensch hier ist abc!“

Fenstermensch: „Oh Hallo abc!“

(Oh Hallo, mehr viel ihm nicht ein?)

Ich: „Herr Fenstermensch, ich warte seit 14 Uhr auf Sie.“

Fenstermensch: „Äh ja also, äh ja, ich bin hier im Moment, also hier noch nicht äh, ja fertig, also äh ja da werde ich mich also beeilen müssen, äh ja also“

Ich: „Bitte? Sie sind noch nicht fertig irgendwo? Herr Fenstermensch, ich habe mir heute frei nehmen müssen für diesen Termin, d.h. ich sitze jetzt also hier total umsonst rum?“

Fenstermensch: „Äh ja also, ich könnte so gegen 17 Uhr evtl. bei Ihnen sein, ich komme hier nicht eher weg“.

Ich: „Herr Fenstermensch, bei allem Respekt aber wir hatten heute um 14 Uhr einen Termin und nicht erst um 18 Uhr einen evtl. Termin, ich vereinbare keine evtl. Termine! Ich bin beruflich ebenfalls an den verschiedensten Terminen gebunden und evtl. Termine kommen NIE  gut an! Heute um 18 Uhr bin ich nicht zuhause, da ich die Zeit die ich gerade hier sinnlos mit warten verbracht habe, wieder herein arbeiten muss!!

Fenstermensch: „Ja äh also äh ja, dann machen wir jetzt einen festen Termin aus“.

(Im selben Moment dachte ich, ich spring durch den Hörer! Einen festen Termin! Aha.)

Ich: „Herr Fenstermensch, eine bescheidene Frage, was für eine Art Termin war unser 14 Uhr Termin heute, nur so damit ich weiß wie ich unseren zukünftigen festen Termin zu verstehen habe!!!!!!!!“

Fenstermensch: „Ich, ja, äh, also, ich äh ja haben Sie, äh wann haben äh Sie Zeit?“

Ich: „Morgen, 14 Uhr! Ich werde hier auf Sie warten, falls unser fester Termin nicht fest genug ist, dann werde ich Ihnen eine Rechnung schreiben – Arbeitsausfall meinerseits, ist Ihnen der morgige feste Termin recht?“

Fenstermensch: „Also ja ääääääähhhhh, morgen der Termin passt mir, ich werde da sein.“

Ich konnte hören wie er geschluckt hat bei dem Wort Rechnung. Ich war nicht verärgert über die Tatsache dass der Termin geplatzt ist, sondern vielmehr darüber das es manche Menschen gibt, die es nicht für nötig halten einen Termin abzusagen – Anstand gleich null!

Ich: „Gut, Herr Fenstermensch dann freue ich mich auf unseren festen Termin morgen!“

Mit diesen Worten verabschiedete ich mich.

Fortsetzung folgt….

2 thoughts on “Trigger, der Fenstermensch und ein schneller Aufbruch Teil III”

  1. seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, meine mittlerweile in die Jahre gekommene Badewannenarmatur austauschen zu lassen, letzte Woche nun wollte ich das in die Tat umsetzen. Also, ich rufe den Heizungsmenschen, der hier auch der Sanitärmensch ist, an und zwar genau um 9.15h morgens, schildere ihm mein Anliegen worauf ich nur noch höre „bin scho do“ und zack, Hörer aufgelegt. Na super, denke ich, wollte ihm eigentlich noch sagen, daß ich nur noch 30 Minuten zuhause bin. Man staune, keine 5 Minuten später klingelts doch tatsächlich an der Tür und wer steht davor? Na, der Heizungsmensch………..Treppe rauf, rein ins Bad, ein paar „Hm, hm, ja, ja, des hama glei, nächste Wochn, ab achte gehts?“ Hm, ja ab 8.ooh gehts.
    Bevor jetzt aber der Heizungsmensch den genauso schnellen Rückzug antreten konnte, schallt ein zartes Stimmchen aus dem Kinderzimmer: „sag mal Heizungsmensch, wie heißt Du denn eigentlich?…………….“i bin da Franz“ und weg ist er, er mit einem breiten grinsen im Gesicht, ich mit ziemlich geröteten Wangen…………..soviel zu Heizungsmenschen, Fenstermenschen und Anderen.

    Man sieht, es gibt noch Ausnahmen……….

  2. jetzt musste ich tatsaechlich laut lachen! Bist du sicher, dass das nicht ein erwachsenes mbk 1 war? Lach

    ich koennte jetzt einen roman über handwerker verfassen aber das ueberlasse ich lieber deiner witzigen schreibselei!
    ich fühle mich gut unterhalten!
    bitte weitermachen!

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