Advent, Advent, Groß, grösser, Kinderaugen TEIL II

Fortsetzung…

Die Post sah ich in der Zwischenzeit durch, zwei weitere Kuverts haben sich in dem Krankenkassen Magazin versteckt. In dem ersten Kuvert befand sich eine weihnachtliche Karte von meinem Optiker, er wünschte mir einen schönen ersten Advent – aha auch er ist infiziert! Das zweite Schreiben kam von der Telekom. Vorab sollte ich vielleicht erwähnen dass ich gar kein Telekom Kunde bin, ich wurde mit Hilfe einer Karte, auf der sich ein mit rosa Bändchen geschmückter ausschneidbarer Mistelzweig befand, erinnert das am 24.12. Heiligabend sei! Ach Gott – dass hätte ich jetzt wirklich vergessen! Muss die Telekom wirklich Ihre Kunden an dieses Datum erinnern? Interessant was die Firma von ihren Kunden hält, kommt zum Jahreswechsel dann ein Kalender in dem ich auch gleich das nächste Weihnachtsfest eintragen kann? Die Antwort werde ich nie erfahren, jedenfalls nicht von der Telekom, denn ich stellte fest, dass diese Erinnerungskarte gar nicht für mich bestimmt war. Gehörte laut Adresszeile, meiner Nachbarin.

Vielleicht sollte ich eine Spendenaktion für unseren Briefträger aufrufen, damit dieser endlich die längst fällige Brille bekommt und ihn gleichzeitig daran erinnern das am 24. Heiligabend ist? Doch weder mein Briefträger noch meine Nachbarin erwecken den Eindruck als würden sie eine derartige Erinnerung benötigen, weder von mir und schon gar nicht von besagter Telefongesellschaft.

Mikael Blomkvist schaltete die Kaffeemaschine ein während ich mir jenseits der Ohrstöpsel gerade einen Kaffee einschenkte. Der Sprecher berichtete mir das Blomkvist keine sauberen Klamotten mehr besaß und diese Erkenntnis erinnerte mich wiederum an meine eigene Waschmaschine, welche bereits vollgestopft in meinem Bad auf Aktivierung wartete. Das nenne ich mal eine brauchbare Erinnerung – direkt ins Ohr!

45 Minuten vor Ende meines Hörbuches, gerade als Lisbeth Salander ein Licht aufging, klingelte es bei mir an der Haustür. Meine Nachbarin stand davor und überreichte mir an die Fünf Kilo Schokolade. „Für die Kinder!“ wies mich meine Nachbarin an „und auch für Sie!“ sie blickte mich dabei an und ich bildete mir ein, ich  könnte eine Art Augenblitzen sehen. Meine Nachbarin strahlte.

Nochmals wurde mir ein schöner erster Advent gewünscht.

Mir fiel ein, dass ich ihre Erinnerung von der Telefongesellschaft fälschlicherweise in meiner Küche liegen hatte und holte sie schnell. Die Tatsache dass das Kuvert bereits geöffnet war schockierte sie nicht wirklich ich entschuldigte mich dafür, wer schaut schon nach wenn er Post in seinem Briefkasten findet, ob diese auch wirklich für ihn ist? Ich offensichtlich nicht, meine Nachbarin ebenfalls nicht, versicherte sie mir. Sie drehte sich um und wünschte nochmals einen schönen ruhigen Sonntag und einen schönen ersten Advent.

Irgendwie hab ich mich sehr darüber gefreut. Ich schloss die Tür und ging zurück in die Küche.

Lisbeth Salander begegnete gerade zwei Familienmitgliedern, die Begrüßung klang nicht gerade freundlich. Mein Handy leuchtete – Sms mit dem Hinweis dass gerade Plätzchen gebacken werden und ich auch welche bekomme. Wünsche einen schönen ersten Advent, das war die Verabschiedung.

Noch 30 Minuten. Dietmar Bär machte Tempo! Nach weiteren 15 Minuten die ich stehend in der Küche verbrachte setzte ich mich dann doch. Ach Gott, jetzt wurde auch noch eine Axt geschwungen, im Hörbuch natürlich, nicht in meiner Küche. Vier Minuten noch und Mikael Blomkvist schlich, um Mitternacht, in einem Wald umher, bei mir war es zwanzig nach drei und ich saß mit angezogenen Beinen auf meinem Küchenstuhl. Er überquerte daraufhin eine Wiese und blieb 30 Meter vor einem Haus stehen. Dietmar Bär berichtete mir, dass jeder Muskel von Mikael Blomkvist angespannt war – meine schon auch! Jetzt wurde es noch einmal richtig spannend, ich rutschte auf meinem Küchenstuhl näher an die Lehne, Mikael Blomkvist hörte Geräusche und mir kam es vor als könne ich ebenfalls welche hören. Dann ging es Schlag auf Schlag, die Axt, eine Prothese, ein Schuppen, Blut, Holzriegel, Licht, eine nächtliche Straße, weitere Waffen und endlich eine Lisbeth Salander. Ach Gott, ist sie verletzt oder gar tot? Mensch, Kalle fucking Blomkvist was ist denn nun?

Fortsetzung folgt…….

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