Advent, Advent, Groß, grösser, Kinderaugen

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Wer kennt das nicht, der erste Advent ist kaum in Sicht und pünktlich beginnt auch schon der alljährliche vorweihnachtliche Weihnachtswahnsinn.

Adventskranz, Adventskalender, Schokolade, Süßigkeiten, Kerzen, Bienenwachskerzen, Spekulatius, Geschenkpapier, Weihnachtskarten, Weihnachtsmärkte, Christkindlmarkt, Glühwein, Punsch und Kinderpunsch, Gutscheine, Nikolaus und Läuse, ich fühle mich erschlagen von all diesen weihnachtlichen Wörtern.

Kurz gesagt – wie bereits im „Kauf-nix-Tag“ erwähnt halte ich mich raus – keine Geschenke – keine Kalender – kein Nikolaus und erstrecht auch keine Niko-Läuse!

Jawohl ja so wird’s gemacht dieses Jahr!

Ich lasse mich nicht stressen, lasse mich nicht schockieren (schokieren🙂 ) und auch nicht zwingen, lange an irgendwelchen Kassen anzustehen. Auch muss ich nicht im Internet umherirren und verzweifelt nach Geschenken suchen! Nein – dieses Jahr nicht! So ist es beschlossen und so wird es dann auch gemacht! Bis jetzt bin ich der Schweinegrippe entkommen da werde ich mich doch auch erfolgreich vor  dem Weihnachtsvirus schützen können!

Und dann kam der erste Advent!

Gerade erfreute ich mich noch an der Sonntagszeitung und an dem doppelseitigen Artikel über Yoga, da konnte ich auch schon mit einem Auge beobachten wie kleine und große grüne Zweige in die Wohnung gezogen wurden. Ich konnte gar nicht so schnell schauen da stand auch schon ein selbst zusammen gesteckter Adventskranz inkl. Kerzen und Verzierung auf dem Tisch. Mein Artikel war noch nicht einmal zu Ende gelesen, da bekam „Mitbenutzerkind I“ den Auftrag, aus dem Speicher ein riesiges Holzhäuschen zu holen. Dieses stand dann auch einige Minuten später in der Wohnung. Ich wiederum, ging aus der selbigen und machte mich auf dem Heimweg in meine, neutrale, Tannenzweig freie Wohnung. Meinen interessanten Artikel vergaß ich leider in der Weihnachtswohnung.

Auf dem Heimweg hörte ich die Vergebung, den zweiten Teil von Stieg Larsson und freute mich auf zuhause. Während in meinen Ohren, Mikael Blomkvist, Holger Palmgren im Krankenhaus besuchte und vorab mit dem Pflegepersonal diskutierte bezüglich der Besuchszeiten, ging ich die Straße entlang. Es befinden sich insgesamt fünf Läden auf dem kurzen Stück Weg zur Ampel und mir fiel auf das davon bereits drei, weihnachtlich dekoriert waren. Wann ist das denn bitte geschehen? Gestern Abend, kurz vor acht kam ich hier noch vorbei und von weihnachtlicher Deko war weit und breit nichts zu sehen. Drei Schritte weiter, nehme ich meine Aussage zurück und ändere die Zahl der Beteiligten Läden auf vier! Selbst der kleine Telefonladen hatte einen winzigen, aber geschmückten Tannenzweig im Fenster stehen. Unglaublich – offensichtlich gab es eine gemeinschaftliche, nächtliche, weihnachtliche Deko Aktion. Auch hier hat also der Weihnachtsvirus zugeschlagen.

Mit „Kalle, fucking Blomkvist“ im Ohr ging ich weiter die Straße entlang. Eine Stunde und 34 Minuten noch, dann würde ich das lang ersehnte Ende des zweiten Teils erfahren und eine Stunde 34 Minuten würde ich jetzt bestimmt nichts von Weihnachten hören oder gar sehen! Dietmar Bärs Stimme lauschend, betrat ich mein Treppenhaus und schloss meinen Briefkasten auf. Die aktuelle Ausgabe von P.M. Logik-Trainer fiel mir entgegen, desweiteren fand ich das aktuelle Magazin meiner Krankenkasse und den Werbekatalog von H&M in meinem Briefkasten vor. Auf den Titelseiten, beider letzten Bildheftchen, befand sich Weihnachten als Hauptthema…schon klar.

Während ich die unzähligen Treppen zu meiner Wohnung hochstieg, erzählte mir Dietmar Bär was mit Lisbeth Salander gerade geschah. Im dritten Stock begegnete ich meiner Nachbarin, während in meinem Ohr, Lisbeth einen ihrer dunkelsten Abende erlebte. Meine Nachbarin, freute sich sichtlich mich zu sehen und grüßte überschwänglich und erinnerte mich daran bei der Hausverwaltung anzurufen bezüglich der Speicherbeleuchtung und wünschte mir im selben Atemzug einen schönen ersten Advent. Sie erkundigte sich ob ich in 1 ½ Stunden noch zu Hause wäre, denn sie hätte was für meine „Mitbenutzerkinder“ zum Advent. Ich mag meine Nachbarin wirklich – doch auch sie ist offensichtlich vom Weihnachtsvirus infiziert.

Nach der Verabschiedung sperrte ich meine Wohnungstüre auf und trat ein. Komisch war, dass gleichzeitig in meinem Ohr, Lisbeth Salander ihre Wohnung betrat. Ich hoffte dass dies auch die einzigen Parallelen waren, irgendwelchen Killern wollte ich jetzt nicht unbedingt in meiner Küche begegnen. (Womöglich noch Glühwein trinkenderweise und Lebkuchen essend?)

In meiner Küche wartete niemand auf mich, auch in den anderen Zimmern versteckten sich keine ungebetenen Gäste.

Noch eine Stunde 19 Minuten und Lisbeth Salander gestand mir gerade das sie in Mikael Blomkvist verliebt sei, doch dies dürfe er auf keinen Fall erfahren – auch gut – ich machte mir erst mal einen Kaffee.

Fortsetzung folgt……..

2 thoughts on “Advent, Advent, Groß, grösser, Kinderaugen”

  1. Über twitter bekam ich folgenden Kommentar gezwitschert….Der Verfasser dieses Kommentars erlaubte freundlicherweise die Kopie und Einpflegung hier. Vielen dank @DasNest

    find den neuen blogeintrag richtig lustig geschrieben und hatte viel Spass. Solltest Du ein paar Weihnachtsgeister zu viel haben, schick sie einfach rueber. Ich hab naemlich definitiv zu wenig Weihnachtsgeister bislang. Und wie bitte sind „Mitbenutzerkinder“ zu verstehen? @DasNest auch unter http://dasnest.klangoblog.net/ zu finden

  2. jajajaja wer wird denn da inspiriert sein?🙂
    dann muss ich jetzt ja ganz genau aufpassen, was hier so passiert und dann lese ich es im blog nach lach so geht das also…sehr schön!

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